Und was ist, wenn Probleme kommen?

Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen und habe in meinen bisherigen zwanzig Jahren nie an diesem Glauben gezweifelt, sondern Jesus als meinen ständigen Freund und Begleiter meines ganzen Lebens angenommen, und dies seit meiner Kindheit. Tönt zu einfach? Zu naiv? Zu unglaubwürdig?

Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Freund. Der Grund war eine Frage, die ihn seit einiger Zeit beschäftigte: Was bringt der Glaube? Ständiger Stress, keinen Fehler zu machen, gut zu allen zu sein, ein Leben nach guten Grundsätzen zu leben?

Mich hatte dieses Gespräch noch lange beschäftigt. Ja, was bedeutet denn mir mein Glaube? Was bringt mir all dies?


Ich war immer ein fröhliches Kind, hatte nie irgendwelche Probleme, war als Teenager schön brav, hatte viele Freunde und war mit meinem Leben zufrieden, ja eigentlich glücklich.
    


Bis vor zwei Jahren mein ganzes, schönes Leben anfing, sich aufzulösen. In der Schule wurde ich gemobbt, ich begann mich von meiner besten Freundin zu distanzieren, mein Schwarm entschied sich für eine Andere und ich bekam die Diagnose einer unheilbaren Krankheit: Rheuma. Die Folgen: viele Medikamente, viele Schmerzen und eine Depression. Alles, worauf ich gezählt hatte, war weg. Nur noch Dunkelheit, Traurigkeit, Kraftlosigkeit und Einsamkeit. Ich konnte mich nur noch an jemanden wenden: Meinen Jesus. Meinen Retter in der Not. Meinen Fels in der Brandung. Mein Licht in der Dunkelheit. Er war da, auch in der schlimmsten Zeit, er hob mich wieder auf, als ich stürzte. Und er gab mir alles in Fülle zurück. Ich musste mich nur auf ihn verlassen.

Zwei Jahre später geht es mir so gut wie schon lange nicht mehr. Ich hatte mir eine Auszeit genommen und meine Beziehung zu meinem Gott vertieft. Ich habe ihm mein Leben wieder voll und ganz anvertraut. Und dies ehrte Gott. Ich durfte ihn von ganz neuem erleben und er beschenkte mich reichlich mit wunderbaren Freunden, mit Kraft, Freude und mit der Zuversicht, dass ich mich auf ihn verlassen kann. Es geht manchmal nicht so, wie ich es möchte, aber ich kann gewiss sein, dass, wenn ich mein Leben in seine Hand lege, alles, ja wirklich alles zu meinem Besten geschieht! Wenn ich eine tiefe Beziehung zu Jesus lebe, kann ich alle Sorgen ihm übergeben und er wird für mich sorgen. Ich brauche mich nicht mehr darum zu kümmern und ich muss meine Probleme nicht selber lösen! Gott verlangt nicht von mir, dass ich alles richtig mache und aus eigener Kraft mein Leben lebe. Er will eine Beziehung, er will an meinem Leben teilhaben und er will mir eine Stütze sein. Darum glaube ich. Und darum werde ich auch weiterhin glauben.

Tabea aus der Schweiz