J-Turn

Ich bin eigentlich christlich aufgewachsen. Meine Mutter ist Schweizerin, mein Vater Peruaner. Bis zu meinem 10. Lebensjahr lebte ich mit meiner Familie in Peru. Was ich in meiner Vergangenheit erlebt habe, war eine Zeit lang die Christenverfolgung in Tingo Maria und Naranjillo (Peru) durch den Leuchtenden Pfad (Sendero Luminoso). Dank meinen Eltern musste ich die vielen schrecklichen Dinge nicht anschauen. Aber wir haben vieles durchgemacht und auch Freunde verloren.
Auch in Lima habe ich nicht gerade im wohlhabendsten Quartier gewohnt. Dort habe ich viel erlebt, denn mein Umfeld bestand aus Armut, Gewalt, Drogen und Kampf.

Meine Eltern haben mit uns Kindern zu Hause immer nur Spanisch gesprochen. Deshalb konnte ich kein Schweizerdeutsch, als ich mit 10 Jahren in die Schweiz kam. In der Schweiz angekommen, lernte ich ziemlich bald ein neues Wort kennen. Dieses Wort war „Rassismus“. Vor allem in der Schule wurde ich damit konfrontiert. Auch mit den Christen in der Schule hatte ich Probleme, so dass ich ab der 7. Klasse von diesem Glauben nichts mehr wissen wollte. Ich fand Freunde in anderen Szenen und Städten. Das Nachtleben beeinflusste mein Verhalten. Schnell verlor ich die Kontrolle über mich und geriet in einen Teufelskreis. Ich wurde sehr gewalttätig. Drogen, Party, Sex etc. waren mein Alltag. Ich hatte eine 17 jährige Freundin und schwängerte sie, so wurde ich Vater. Ich hörte mit einigen Drogen auf, aber ich fühlte mich irgendwie nicht bereit für diese Familienrolle. Mein Leben war mit Hass, Gewalt und Eifersucht geprägt. Ich wusste nicht, wie ich mich ändern sollte und fühlte mich oft einsam. Irgendwie musste sich das Ganze ändern, aber wie?

Ich war unglücklich. Irgendetwas fehlte mir und ich bekam immer mehr Probleme und Depressionen. Nach einem heftigen Streit mit meiner damaligen Freundin und Mutter meiner Tochter, lief ich zum Wald, um mich zu beruhigen. Eine Stimme sprach plötzlich leise zu mir. Was genau diese Stimme zu mir gesagt hatte, weiß ich heute nicht mehr. Ich wusste danach einfach, dass ich mein Leben ändern musste. Einige Zeit verging, bis ich wieder einmal in die Stadt fuhr. Ich lief herum und stand plötzlich vor dem Theater National in Bern. Es war ein Sonntagabend. Im National gab es einen Event; es war keine Reggaeton oder Salsa Party, sondern ein Gottesdienst der ICF Church. Ich ging rein um zu sehen, was so lief. Da sah ich meinen Cousin, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Ich setzte mich zu ihm und der Gottesdienst begann: Zuerst gab es Musik, danach eine Show und eine Predigt. Am Schluss gab es wieder Musik. Das Ganze hatte mich wirklich beeindruckt und tief berührt. In dieser Nacht wusste ich, dass nur einer meine Probleme lösen kann: Jesus Christus.

Dennoch dauerte es vier Monate, bis Jesus wirklich in mein Herz drang. Aber in diesen vier Monaten  las ich die ganze Bibel durch und besuchte regelmäßig den ICF. Ich hatte sehr viele Fragen bezüglich Gott und die Welt, denn ich war extrem atheistisch geprägt und war mir meinem Weltbild sehr sicher. Ich merkte aber schnell, dass ich in einer Lüge lebte.
Die Liebe zu meinen Mitmenschen nahm zu und nicht nur das, sondern mein ganzes Verhalten und Denken veränderten sich. Nach diesen vier Monaten des Suchens und Verzweifelns drang eine Kraft in mein Herz, die mich einfach befreite. Die Christen nennen dies den Heiligen Geist. Von was ich aber befreit wurde, kann ich nicht so einfach sagen. Ich merkte einfach, dass alles schlechte und böse in mir verschwunden war; ich fühlte mich wie Neugeboren. Ab diesem Moment wusste ich, dass ich das gefunden hatte, was ich mein ganzes Leben lang gesucht habe.

Jojo aus der Schweiz, jetzt 26 Jahre